Dass Fotos nicht zwangsläufig die Realität abbilden, die man zu sehen glaubt, zeigt der Berliner Künstler Julius von Bismarck mit seinem „Image Fulgurator“ – und gewinnt damit im Wettbewerb der Prix Ars Electronica eine goldene Nica in der Kategorie „Interactive Art“. Bismarcks „Apparat zur minimal-invasiven Manipulation von Fotographien“ verändert Motive in genau jenem Moment, in dem sie von jemandem fotografiert werden.
Die Funktionsweise ist recht simpel erklärt: Ein Sensor registriert, wenn ein Blitzlicht ausgelöst wird und projiziert dann für den Bruchteil einer Sekunde ein beliebiges Bild auf ein vorher ausgewähltes Fotomotiv.
Im Video ist das Beispiel vom Checkpoint Charlie in Berlin zu sehen. Der Image Fulgurator ist auf das von Touristen viel fotografierte und berühmte „You are entering the American Sector“-Schild ausgerichtet. Fotografiert nun jemand dieses Schild mit Blitz, dann sieht er auf dem Foto folgenden Satz über dem eigentlichen Grenzschild: Hundreds of people died last year by trying this at the US-Mexico border. Zugleich ein unheimlicher Effekt wenn man nicht dass sieht was man fotografiert hat, zum anderen ein anschaulich dargebrachter Aufruf aktuelle Missstände nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.
Alles in allem eine wirklich gelungene Idee. Viel Spaß beim Video und den verdutzten Reaktionen der Touristen …